Mira Schwab mit Ernst-Preis ausgezeichnet

11.10.2018

Mira Schwab mit Ernst-Preis ausgezeichnet

Thermoresponsive Helix-Schaltbarkeit in der organischen Strukturaufklärung

Mira Schwab
Mira Schwab

Die Fachgruppe Magnetische Resonanzspektroskopie der GDCh zeichnet mit dem Ernst-Preis jedes Jahr wissenschaftliche Arbeiten von jungen Wissenschaftlern/innen aus, welche die magnetische Resonanzspektroskopie (MR) bereichern. Die Preisverleihung fand dieses Jahr in Leipzig in dem neu erbauten Paulinum, der Universitätskirche St. Pauli, statt.

Mira Schwab aus dem Arbeitskreis von Prof. Dr. Thiele erhielt die Auszeichnung für ihre Veröffentlichung „Polyaspartates as Thermoresponsive Enantiodifferentiating Helically Chiral Alignmnet Media for Anisotropic NMR-Spectroscopy“ (M. Schwab, D. Herold, C. M. Thiele, Chem. Eur. J. 2017, 23, 14576-14584).

In dieser Arbeit etabliert Mira Schwab die Polyaspartate in der organischen Strukturaufklärung. Die von ihr synthetisierten Polymere, bilden aufgrund ihrer alpha-helikalen Überstruktur in organischen Lösungsmitteln lyotrop flüssigkristalline Phasen aus. Diese Phasen dienen als sogenannte Orientierungsmedien und übertragen eine Vorzugsorientierung auf den darin enthaltenen Analyten. Das neue und besondere an den Polyaspartat-basierten Orientierungsmedien ist, dass diese ein thermoresponsives Verhalten aufweisen. Durch Variation der Temperatur ändern die Polyaspartat-basierten alpha-Helices ihren Drehsinn, sodass bei gleicher Konfiguration der Aminosäure unterschiedliche Helixkonfigurationen vorliegen. Diese Thermoresponsivität kann in der organischen Strukturaufklärung dazu genutzt werden, Analyten in verschiedenen Orientierungen zu vermessen. Dieses Verhalten könnte in Zukunft genutzt werden um auf Strukturvorschläge verzichten zu können. Außerdem erlauben die Polyaspartat-basierten Orientierungsmedien nicht nur eine sehr gute Unterscheidung von chiralen Analyten (als Enantiodifferenzierung bezeichnet) generell, sondern ermöglichen es einen Einblick in den Ursprung der Enantiodifferenzierung zu erhalten.

Der Ernst-Preis

Mit dem nach dem Schweizer Chemie-Nobelpreisträger von 1991, Professor Dr. Richard R. Ernst, benannten Preis werden Studierende und Doktoranden für herausragende Publikationen geehrt, die Neues zur Methodik der NMR, ihrem theoretischen Verständnis oder innovativen Anwendung beschreiben und sich durch Kreativität und Originalität hervorheben. Aus den zahlreichen internationalen Bewerbungen werden pro Jahr bis zu drei Preisträger ausgewählt. Die Prämierten präsentieren ihre Arbeiten in einem Plenarvortrag auf der Tagung der Fachgruppe Magnetische Resonanzspektroskopie der GDCh.

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