Susumu Kitagawa ist Preisträger der Emanuel-Merck-Vorlesung 2019

13.05.2019

Susumu Kitagawa ist Preisträger der Emanuel-Merck-Vorlesung 2019

Der Preisträger Prof. Susuma Kitagawa (mitte) zusammen mit Prof. Klaus Griesar (rechts) der Merck KGaA und Prof. Wolf-Dieter Fessner (links) des Fachbereichs Chemie der TU Darmstadt.
Der Preisträger Prof. Susuma Kitagawa (mitte) zusammen mit Prof. Klaus Griesar (rechts) der Merck KGaA und Prof. Wolf-Dieter Fessner (links) des Fachbereichs Chemie der TU Darmstadt.

Susumu Kitagawa, Professor am Institut für Integrierte Zellmaterial-Wissenschaften der Universität Kyoto (Japan), ist diesjähriger Preisträger der zum 16. Mal vergebenen Emanuel-Merck-Vorlesung.

Kitagawa wird ausgezeichnet für seine richtungsweisende Forschung auf dem Gebiet der metallorganischen Gerüstverbindungen (metal-organic frameworks, MOFs). Seine maßgeblichen Beiträge zur Entwicklung dieser innovativen Klasse nanoporöser Materialien könnten zu neuen Möglichkeiten der Bindung, Speicherung und Freisetzung von Gasen führen. Im Kampf gegen den Klimawandel könnten MOFs ganz allgemein dazu beitragen, den Zustand unseres Planeten zu verbessern.

„Ich freue mich über die Ehre, die mir heute durch die Anerkennung meiner Arbeit als Wissenschaftler zuteilwurde“, sagte Kitagawa nach Erhalt der Nachricht über diese Auszeichnung. „Mein großer Traum ist es, wichtige chemische Stoffe wie Aminosäuren direkt aus einem Element zu synthetisieren, das allgegenwärtig ist – und zwar der Luft. Eigentlich sind alle Elemente vorhanden: Sauerstoff, Kohlenstoff und Stickstoff, aber auch Wasserstoff in der Luftfeuchtigkeit. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dies überhaupt jemals in die Realität umsetzen kann, doch ich kann junge Wissenschaftler dazu ermutigen, in diese Richtung weiterzuforschen.“

„Wir würdigen heute die Leistung eines herausragenden Wissenschaftlers, dessen Beitrag für die Menschheit sich zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht nicht für jeden erschließt, früher oder später jedoch sichtbar werden wird“, sagte Klaus Griesar, Leiter Science Relations bei Merck. „Dieser Wissenschaftspreis trägt nicht nur dazu bei, den wissenschaftlichen Austausch mit international anerkannten Forschern zu fördern, sondern bietet auch Einblicke in neueste Forschungserkenntnisse. Er passt hervorragend sowohl zu Merck als Wissenschafts- und Technologieunternehmen als auch zur renommierten Technischen Universität Darmstadt.“

Der mit 30.000 € dotierte Preis wird Kitagawa am 13. Mai 2019 im Rahmen eines öffentlichen Festvortrags im Hörsaal- und Medienzentrum der Technischen Universität Darmstadt auf der Lichtwiese verliehen. Der Preisträger wird ab 17 Uhr über „Welcome to Small Spaces – Chemistry and Application of Porous Coordination Polymers /Metal-Organic Frameworks“ referieren. Die Laudatio auf den Preisträger zur Würdigung seiner vielseitigen Forschungsarbeiten hält Professor Wolf-Dieter Fessner, Vorsitzender des Auswahlkomittees des Fachbereichs Chemie der Technischen Universität Darmstadt.

Kitagawas Entwicklung nanoporöser Materialien könnte zu neuen Möglichkeiten der Bindung, Speicherung und Freisetzung von Gasen führen, vergleichbar mit einem Käfig mit Gitterstäben, der so klein ist, dass Gasmoleküle darin eingeschlossen werden können. Im Prinzip handelt es sich bei den metallorganischen Gerüstverbindungen (MOFs) um solche „Käfige“. Ihr Aufbau besteht aus metallischen Knotenpunkten und organischen Liganden, die sie zusammenhalten. Durch die Kombination unterschiedlicher Arten von Metallen und Liganden können die Größe und Form der Poren gezielt eingestellt werden. Dies bedeutet, dass MOFs eingesetzt werden können, um Gase auf molekularer Ebene zu binden oder freizusetzen. Die potenziellen Anwendungsfelder sind breit gefächert. Einige Bereiche wie die Gasspeicherung (typischerweise für Methangas, Wasserstoff oder CO2), Gastrennung (mit potenziellem Nutzen im Bereich der Luftreinhaltung, z. B. zum Binden schädlicher Moleküle), Gasumwandlung (anhand der katalytischen Eigenschaften von MOFs) sowie die Herstellung hochempfindlicher Gassensoren sind bereits heute sehr vielversprechend. Die Bindung und Wiederverwendung der Gase in diesen „Käfigen“ könnte zur Entwicklung sauberer Technologien zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen und neue Möglichkeiten der Energiespeicherung eröffnen.

Emanuel-Merck-Vorlesung

Die Emanuel-Merck-Vorlesung ist ein Wissenschaftspreis, der in Partnerschaft mit der Technischen Universität Darmstadt seit 1992 an international renommierte Naturwissenschaftler verliehen wird. Sie ist eine von vielen Initiativen von Merck, mit denen das Unternehmen seine Verbundenheit mit der Wissenschaft untermauert. Mit dem Preis sollen hochkarätige Wissenschaftler gewürdigt werden, die exzellente Beiträge zur chemischen und pharmazeutischen Forschung geleistet haben, und Universitäten, Institute und Unternehmen detaillierte Einblicke in neueste wissenschaftliche Forschungserkenntnisse aus der Chemie- und Pharmabranche erhalten. Die Auswahl der Kandidaten und schließlich Preisträger beruht auf einer gemeinsamen Entscheidung des Fachbereiches Chemie der TU Darmstadt und Merck.

Preisträger der Emanuel-Merck-Vorlesung

2019 – Susumu Kitagawa, Kyoto University, JP

2018 – Jennifer Doudna, University of California, Berkeley, USA

2017 – Phil S. Baran; Scripps Research Institute, La Jolla, USA

2015 – Paul T. Anastas, Yale University, New Haven, USA

2013 – Frances Arnold, California Institute of Technology, Pasadena, USA

2011 – Carolyn Bertozzi, University of California, Berkeley, USA

2009 – Axel Ullrich, Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried bei München, Deutschland

2007 – Sir Harold W. Kroto, Florida State University, Tallahassee, USA

2005 – George M. Whitesides, Harvard University, Cambridge, USA

2003 – Samuel J. Danishefsky, Columbia University, New York, USA

2000 – Stuart L. Schreiber, Harvard University, Cambridge, USA

1998 – Jean-Pierre Changeux, Institut Pasteur, Paris, Frankreich

1996 – Manfred Eigen, Max-Planck-Institut für physikalische Chemie, Göttingen, Deutschland

1995 – Jean-Marie Lehn, Collège de France, Paris/Universität Straßburg, Frankreich

1994 – Kenneth Wade, University of Durham, Großbritannien

1993 – Albert Eschenmoser, Eidgenössische Technische Hochschule, Zürich, Schweiz

Merck KGaA

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