Jan Patrick Bogen erhält für seine Arbeit in der Krebsforschung den Preis der Odenwald-Akademie

07.11.2019

Jan Patrick Bogen erhält für seine Arbeit in der Krebsforschung den Preis der Odenwald-Akademie

Als einen vielversprechenden jungen Forscher, dessen Arbeit die Krebstherapie wesentlich voranbringe, hat Rüdiger Holschuh, der Vorsitzende des Fördervereins der Odenwald-Akademie, Jan Patrick Bogen den Odenwald-Akademie-Preis 2019 verliehen. „Von den fünf Bewerbern hat die Jury den besten ausgewählt, seine Arbeit ist wirklich herausragend“, sagte Holschuh jüngst bei der Preisverleihung im Historischen Rathaus in Michelstadt. Der Saal war mit rund 80 Zuhörern bis auf den letzten Platz besetzt.

In der Odenwald-Akademie kooperieren der Odenwaldkreis und die TU Darmstadt miteinander. Der vom Förderverein ausgelobte Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen. Mit ihm werden Abschlussarbeiten gewürdigt, die einen Bezug zum Odenwaldkreis haben oder von Bewerbern stammen, die aus der Region kommen oder in ihr wohnen.

Bogen wurde 1994 in Erbach geboren. Nach seinem Abitur an der Ernst-Göbel-Schule in Höchst studierte er zunächst Biotechnologie an der Hochschule Darmstadt und wechselte dann zur TU Darmstadt in den Masterstudiengang Molekulare Biotechnologie, den er 2018 mit der Bestnote abschloss. Seine Masterthesis im Fach Angewandte Biochemie verfasste er in Kooperation mit Forschern des Darmstädter Unternehmens Merck. Danach begann er bei Prof. Dr. Harald Kolmar am Fachbereich Chemie sein Promotionsstudium.

Arbeitsschwerpunkt Bogens ist die Entwicklung maßgeschneiderter Antikörper für die Tumortherapie, wie Kolmar in seiner Laudatio erläuterte. „Das ist ein Thema von großer Relevanz.“

Bogen stellte im Anschluss sein Arbeitsfeld vor. Dem jungen Wissenschaftler ist es gelungen, einen komplexen Antikörper zu generieren, der neue Behandlungsoptionen bei Dickdarmkrebs ermöglicht. Der Antikörper kann sowohl den festsitzenden Primärtumor im Darm bekämpfen, aber auch lösliche Zellen im Blut, die für Lebermetastasen verantwortlich sind. Dabei kann der von Bogen entwickelte Antikörper über den pH-Wert quasi „geschaltet“ werden, so dass er sein Ziel bindet und bekämpft, es aber auch wieder loslassen kann, um weitere Krebszellen angreifen zu können.

An der Preisverleihung nahmen auch Landrat Frank Matiaske, Prof. Ralph Bruder, Vizepräsident der TU Darmstadt (zuständig für Studium, Lehre und wissenschaftlichen Nachwuchs) sowie Reiner Anderl, Professor für Datenverarbeitung in der Konstruktion an der TU Darmstadt, teil. Anderl ist Mitglied des Fördervereins der Odenwald-Akademie und der Preis-Jury.

Vizepräsident Prof. Bruder hob die große Bedeutung des Odenwaldkreises für die TU Darmstadt hervor: Etliche Beschäftigte und Studierende kämen aus dem Kreis. Zudem dankte er der Odenwald-Akademie dafür, dass sie Forschungsfelder der TU im Odenwald bekannt mache, nicht zuletzt Schülern. Matiaske sagte, die Preisverleihung mache deutlich, „dass exzellente Forscher aus dem Odenwaldkreis stammen, die mit ihrer Arbeit Vorbilder sind“.

In seinem Vortrag stellte der Preisträger das Ergebnis seiner Masterarbeit vor. Es war ihm gelungen, Antikörper zu generieren, die neue Therapieoptionen bei Dickdarmkrebs ermöglichen und gleichzeitig die Bildung von Lebermetastasen unterdrücken, ohne gesundes Gewebe zu beschädigen.

Sein gesellschaftliches Engagement stellte Bogen unter anderem als Betreuer für die Kinder- und Jugendförderung von Groß-Umstadt unter Beweis. Während seines Studienverlaufs unterstützte er in Lerngruppen Kommilitonen beim Erarbeiten des Lernstoffs und half ihnen bei der Vorbereitung für Klausuren. Zu den eigenen Stärken zählt er analytisches Denken sowie Engagement und Begeisterungsfähigkeit für die molekulare Biotechnologie und deren Forschungs- und Anwendungsgebiete.

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