Förderung für neue Ansätze zur Behandlung von Diabetes

18.12.2020

Förderung für neue Ansätze zur Behandlung von Diabetes

Fettleibigkeit und Diabetes sind schwerwiegende Volkskrankheiten, die laut WHO in 2030 eines der größten Gesundheitsprobleme weltweit sein werden und an denen aktuell 650 Millionen beziehungsweise 422 Millionen Menschen leiden. Gerade die Verbindung von Adipositas und Diabetes stellt ein Hochrisiko für einen schweren Krankheitsverlauf dar, für das es bislang keine zufriedenstellende Behandlungsmöglichkeit gibt.

In dem nun vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bewilligten Projekt Fit4Fat , welches im Rahmen der Fördermaßnahme „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ gefördert wird, sollen an der TU Darmstadt und dem Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München (MPI) neue Wirkstoffe zur Behandlung von durch Fettleibigkeit hervorgerufenem Diabetes entwickelt werden. Hierfür stellt das Ministerium 1,6 Millionen Euro bereit.

Im Zentrum des Ansatzes, mit dem die Wissenschaftler sowohl eine Gewichtsreduktion als auch eine verbesserte Blutzuckerregulation erreichen wollen, steht das Bindungsprotein FKBP51, das sowohl im Gehirn als auch in Fett- und Muskelgeweben vorkommt. „In Vorarbeiten haben wir einen Mechanismus entdeckt, um das Zielprotein FKBP51 hochselektiv zu blockieren“, sagt Felix Hausch von der TU Darmstadt, einer der beiden Projektleiter, „dadurch können wir unspezifische Nebenwirkungen vermeiden“. „Wir planen zudem Wirkstoffe, die FKBP51 bevorzugt im Fett- und Muskelgewebe ausschalten“, ergänzt Mathias Schmidt vom MPI. „Dadurch sollten die Wirkstoffe noch effektiver wirken“. Mit der VIP+-Förderung planen die Forscher die Optimierung der bestehenden Prototypen zu Medikamenten-ähnlichen Substanzen, die Tests bei Menschen ermöglichen. Nach diesem wichtigen Schritt könnte ein Präparat entwickelt werden, das vielen Menschen helfen würde, die gesundheitlichen Probleme von Fettleibigkeit und Diabetes in den Griff zu bekommen.

Weitere Informationen:

>> Arbeitsgruppe Prof. F. Hausch

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