Alzheimer-Forschungspreis für Prof. Dr. Boris Schmidt

22.11.2012

Alzheimer-Forschungspreis für Prof. Dr. Boris Schmidt

Prof. Dr. Boris Schmidt. Foto: Katrin Binner
Prof. Dr. Boris Schmidt. Foto: Katrin Binner

Prof. Dr. Boris Schmidt hat zusammen mit Prof. Dr. Thomas Misgeld von der TU München den renommierten Alzheimer-Forschungspreis der Frankfurter Hans und Ilse Breuer-Stiftung erhalten.

Der Preis ist mit insgesamt 100.000 Euro die höchst dotierte Auszeichnung für Alzheimer-Forschung in Deutschland. Das Preisgeld wird zwischen beiden Wissenschaftlern geteilt.

Prof. Dr. Schmidt erhält den Forschungspreis der Breuer-Stiftung für seine hervorragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Wirkstoffforschung gegen pathologische Proteinablagerungen bei der Alzheimer-Krankheit und anderen neurodegenerativen Erkrankungen. Seine Forschungsarbeiten zielen auf zentrale Fragen der Alzheimer-Krankheit ab. Bei Alzheimer aggregieren bestimmte Proteine wie A-beta oder Tau und zerstören damit Nervenzellen. Die Proteine werden außerdem anomal modifiziert und deshalb spielen die verantwortlichen Enzyme (Proteasen, Kinasen) eine zentrale Rolle in der Ursachenforschung.

Im Fall von A-beta gelang es Professor Schmidt und seinem Team in beeindruckender Weise, neue Hemmstoffe gegen die Aggregation zu entwickeln sowie Inhibitoren der „Sekretase“-Enzyme, durch die das A-beta aus dem Vorläuferprotein APP herausgeschnitten wird.

Dabei bedienten sich die Forscher eines chemischen Tricks, um nicht nur Moleküle mit der gewünschten Wirkung zu finden, sondern diese so zu modifizieren, dass sie die Blut-Hirn-Schranke passieren. Erst dann gelangen die Stoffe an ihre Wirkstätte. Gleichzeitig dürfen die Stoffe selbst keine Nebenwirkungen erzeugen.

Im Fall von Tau-Proteinen geht es ebenfalls um die Verhinderung der Aggregation sowie um die Hemmung von Proteinkinasen, welche die anomale Phosphorylierung hervorrufen. Hier gelang es dem Team, hochspezifische Inhibitoren zu finden, die nur das Ziel-Enzym hemmen, aber nicht die zahlreichen verwandten Proteinkinasen.

Zusätzlich zu der Erforschung von Therapiemöglichkeiten beschäftigt sich Professor Schmidt mit der Entwicklung von neuen Marker-Verbindungen, die spezifisch an die pathologischen Aggregate im Gehirn andocken. Mit Hilfe der Marker und modernen klinischen Abbildungsmethoden wie PET oder MRT sollen die langsam fortschreitenden Veränderungen im Gehirn möglichst früh erkannt werden, um therapeutische Maßnahmen einzuleiten.

Prof. Dr. Boris Schmidt und Prof. Dr. Thomas Misgeld haben den diesjährigen Alzheimer-Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-Stiftung erhalten. Foto: Breuer-Stiftung
Prof. Dr. Boris Schmidt und Prof. Dr. Thomas Misgeld haben den diesjährigen Alzheimer-Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-Stiftung erhalten. Foto: Breuer-Stiftung

Der Preis wurde am 21. November anlässlich der Eibsee-Konferenz „Zelluläre Mechanismen der Neurodegeneration“ zum achten Mal in Folge verliehen. Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung wurde im Jahr 2000 von dem Unternehmer Hans Breuer gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen zu verbessern.

Zweck der Stiftung ist es, exzellente wissenschaftliche Forschung gegen die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzerkrankungen zu fördern und wissenschaftliche Netzwerke auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung zu unterstützen.

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