Frances Arnold Preisträgerin der Emanuel-Merck-Vorlesung 2013

21.05.2013

Frances Arnold Preisträgerin der Emanuel-Merck-Vorlesung 2013

Emanuel-Merck-Vorlesung seit 20 Jahren

Prof. Dr. Frances Arnold, California Institute of Technology, Pasadena, USA
Prof. Dr. Frances Arnold, California Institute of Technology, Pasadena, USA

Frances Arnold, Professorin am California Institute of Technology (Caltech), Pasadena, USA, ist die diesjährige Preisträgerin der Emanuel-Merck-Vorlesung. Die 57jährige Professorin gilt weltweit als anerkannte Koryphäe auf dem Gebiet der gerichteten Evolution und wurde bereits mehrfach mit renommierten Preisen ausgezeichnet.

„Wir haben mit Professorin Arnold eine sehr erfolgreiche Wissenschaftlerin ausgezeichnet und sind auf ihre Vorträge in Darmstadt im Mai sehr gespannt“, sagte Dr. Thomas Geelhaar, Chief Technology Officer Chemicals von Merck. „Frau Arnold hat das Forschungsfeld der gerichteten Evolution durch ihre wissenschaftliche Herangehensweise enorm voran gebracht. Sie ist eine würdige Preisträgerin der Emanuel-Merck-Vorlesung, die wir gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt nun schon seit 20 Jahren vergeben.“

Der mit 10.000 € dotierte Preis wird Arnold im Rahmen eines öffentlichen Festvortrags am 27. Mai 2013 an der Technischen Universität Darmstadt auf der Lichtwiese verliehen. Die Preisträgerin wird ab 17 Uhr im Kekulé-Hörsaal des Fachbereichs Chemie über „Design by Evolution: Rewriting the Code of Life“ vortragen. An den beiden folgenden Tagen sind weitere Vorträge der Preisträgerin an der TU Darmstadt sowie bei Merck vorgesehen. Programm der Emanuel-Merck-Vorlesung

Arnold erlangte 1979 an der Princeton University, New Jersey / USA, ihren Bachelor of Science und promovierte 1985 an der University of California, Berkeley / USA, in Chemical Engineering. Seit 1986 forscht und lehrt sie am Caltech.

„Der Code des Lebens ist vergleichbar mit einer Beethoven-Symphonie. Wir haben noch nicht verstanden, wie man solche Musik komponiert, aber die Evolution kann das sehr gut. Ich selbst bin immer noch dabei, zu lernen, mit Hilfe der Evolution neue Musik zu komponieren“, sagte Frances Arnold 2011 anlässlich der Verleihung des Draper Preises (oft als Nobelpreis für Ingenieure bezeichnet) für ihre Arbeiten mit Hilfe der gerichteten Evolution zur Erzeugung von Biobrennstoffen.

Gerichtete Evolution (engl. directed evolution) bezeichnet die Veränderung und Optimierung von Proteinen, Enzymen und Nukleinsäuren auf evolutionärem Wege im Labor (d.h. in vitro). Man nutzt so genannte zufallsbasierte Mutagenese und wählt und identifiziert danach die erzielten Verbesserungen aus. Die gerichtete Evolution wird vor allem in der Biokatalyse und der weißen Biotechnologie zunehmend angewandt, um die Eignung von Enzymen für industrielle Anwendungen zu verbessern.

Emanuel-Merck-Vorlesung

Merck und die TU Darmstadt zeichnen mit dieser Vorlesung seit 20 Jahren weltweit angesehene Naturwissenschaftler aus, die exzellente Beiträge zur chemischen und pharmazeutischen Forschung geleistet haben. Über Auswahl und Preisträger entscheidet der Fachbereich Chemie der TU Darmstadt. Der Preis wurde 1992 gestiftet und seit 1993 nun bereits zwölf Mal vergeben.

Preisträger

2013 – Frances Arnold, California Institute of Technology, Pasadena, USA

2011 – Carolyn Bertozzi, University of California, Berkeley, USA

2009 – Axel Ullrich, Max Planck Institut für Biochemie, Martinsried bei München, Deutschland

2007 – Sir Harold W. Kroto, Florida State University, Tallahassee, USA

2005 – George M. Whitesides, Harvard University, Cambridge, USA

2003 – Samuel J. Danishefsky, Columbia University, New York, USA

2000 – Stuart L. Schreiber, Harvard University, Cambridge, USA

1998 – Jean-Pierre Changeux, Institut Pasteur, Paris, Frankreich

1996 – Manfred Eigen, Max-Planck-Institut für physikalische Chemie, Göttingen, Deutschland

1995 – Jean-Marie Lehn, Collège de France, Paris/Universität Straßburg, Frankreich

1994 – Kenneth Wade, University of Durham, Großbritannien

1993 – Albert Eschenmoser, Eidgenössische Technische Hochschule, Zürich, Schweiz

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