Prof. Fessner koordiniert ERA CoBioTech-Forschungsverbund

03.07.2018

Prof. Fessner koordiniert ERA CoBioTech-Forschungsverbund

Ein Forschungsprojekt von Prof. Dr. Wolf-Dieter Fessner und seiner Arbeitsgruppe wird mit eine Million Euro im Rahmen des ersten ERA-CoBioTech-Programms „Biotechnology for a Sustainable Bioeconomy“ durch die EU und das BMBF gefördert. Er wird auch das gemeinschaftliche Forschungsprojekt mit sechs Partnern aus vier EU-Ländern mit einem Gesamtbudget von drei Millionen Euro für eine Laufzeit von drei Jahren koordinieren. Partner sind führende europäische Forschungsgruppen wie das University College London (UK), das Institute of Advanced Chemistry of Catalonia in Barcelona (Spanien) und die Université Clermont Auvergne (Frankreich), sowie zwei Industriepartner, nämlich die BASF SE (Deutschland) und PROZOMIX (UK), die ihr komplementäres Fachwissen einbringen.

Das Projekt TRALAMINOL wird innovative, umweltschonende biotechnologische Prozesse durch einen multidisziplinären Ansatz entwickeln, der organische Synthese, Bioinformatik, Biochemie, Molekularbiologie, Protein Engineering und biokatalytische Prozessentwicklung umfasst. Die Entwicklung robuster Biokatalysatoren für industrielle Anwendungen soll durch die Konstruktion von Portfolios aus Enzym-Superfamilien mit tausenden von neuen Enzymen aus metagenomischen Quellen erleichtert werden. TRALAMINOL wird eine einzigartige enzymatische Reaktionsplattform für die Katalyse von Carboligations- und Aminierungsreaktionen schaffen und auf diesen Schlüsselschritten hochintegrierte Verfahren zur Synthese stereoisomer reiner Aminoalkohole entwickeln. Aminoalkohole sind essentielle chirale Bausteine für die Synthese von wichtigen Agrochemikalien und Pharmazeutika, einschließlich Medikamenten zur Behandlung von Krebs, Kreislauferkrankungen, Diabetes, mikrobiellen Infektionen und anderen Krankheiten.

Auf Basis der Synergie zwischen synthetischer Biologie und Biokatalyse zielt das TRALAMINOL-Konsortium darauf ab, nachhaltige, energieeffiziente industrielle Prozesse zu etablieren, welche dazu beitragen können, in einer biobasierten Wirtschaft die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu verringern und die Umweltbelastung zu reduzieren — eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.

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