Preis der Emanuel Merck-Vorlesung an Benjamin Cravatt

19.05.2026

Benjamin Franklin Cravatt, Professor am Scripps-Institute, USA, erhält den diesjährigen Preis der „Emanuel Merck Vorlesung“. Sein Forschungsgebiet sind die aktivitäts-basierte Analyse von Proteinen und die Chemoproteomik. Die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung wird gemeinsam vom Fachbereich Chemie der Technischen Universität Darmstadt und dem Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck verliehen. Cravatt nahm den Preis am 18. Mai im Rahmen einer öffentlichen Feierstunde an der Universität entgegen.

„Ich fühle mich sehr geehrt und bin zutiefst dankbar, dass ich als Preisträger der Emanuel Merck Vorlesung ausgewählt wurde“, sagte Cravatt angesichts der Benachrichtigung über die Auszeichnung. „Dies ist zugleich eine Würdigung der vielen herausragenden Studierenden, Stipendiat:innen und Kolleg:innen, mit denen ich das Privileg hatte, gemeinsam an der Entwicklung und Anwendung innovativer Methoden für die chemische Sondierung und die Wirkstoffforschung zu arbeiten.“

„Die Emanuel Merck Lectureship 2026 signalisiert das unerschütterliche langfristige Engagement von Merck zur Förderung der Wissenschaft, wie es in unserer Mission zum Ausdruck kommt: Sparking Discovery Elevating Humanity“, sagte Ulrich Betz, Senior Vice President Innovation Merck.

Hausch/bjb

„Die kluge Verbindung von universitärer Forschung und unternehmerischer Praxis schafft Räume für Innovationen in gesellschaftlich relevanten Bereichen. Unterschiedliche Perspektiven müssen nicht trennen, sondern können in vielfacher Hinsicht inspirieren. Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen können wir am besten gemeinsam miteinader bewältigen. Zwischen der Technischen Universität Darmstadt und Merck funktioniert dieses Zusammenspiel schon seit vielen Jahren hervorragend“, würdigte Petra Grell, Vizepräsidentin für Akademische Karrieren und Diversität, die langjährige Zusammenarbeit mit Merck.

Cravatt ist ein Pionier für die aktivitäts-basierte Analyse von Proteinen, mit dem das gesamte Proteom eines Organismus, z.B. alle menschlichen Proteine, hinsichtlich ihrer chemischen Reaktivität untersucht werden können. Dies erlaubt einen völlig neuen Ansatz zur Untersuchung von Proteinen als Schlüsselbausteinen des Lebens sowie einen ganzheitlichen Blick auf deren Funktion. Neben einem systematischeren Verständnis von biologischen Prozessen eröffnet die Chemoproteomik Zugang zu neuen Medikamenten. Die Arbeiten von Cravatt ermöglichen damit Wege für neue therapeutische Ansätze und ein Verständnis dafür, wie Wirkstoffe auf das gesamte menschliche Proteom wirken.

Benjamin F. Cravatt ist Professor am Scripps Research Institute in San Diego, USA. Nach seinem Studienabschluss in Biowissenschaften und Geschichte an der Stanford University promovierte er am Scripps Research Institut, wo er das Protein Fettsäureamid-Hydrolase (FAAH) als ein Schlüsselenzym für Botenstoffe z.B. im Gehirn entdeckte. Seit 2000 wirkt Cravatt als Professor am Scripps Research Institute, wo er die aktivitäts-basierte Analyse von Proteinen mitbegründete.

Der US-Forscher wurde am 18. Mai 2026 im Köhler-Saal der TU Darmstadt feierlich gewürdigt und hielt einen öffentlichen Vortrag mit dem Titel „Activity-based protein profiling target and ligand discovery on a global scale“. Am 20. Mai 2026 diskutiert Cravatt ab 14 Uhr im Raum L2|02/C8 am Campus Lichtwiese in einer öffentlichen Veranstaltung mit Studierenden.

Hausch/bjb

Die Emanuel Merck Vorlesung

Die Emanuel Merck Vorlesung ist ein im Jahr 1992 gegründeter gemeinsamer Preis des Unternehmens Merck KGaA und dem Fachbereich Chemie der Technischen Universität Darmstadt. Er würdigt international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die exzellente Beiträge zur chemischen und pharmazeutischen Forschung geleistet haben. Seit 1993 bis heute wurde der Preis an 19 herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt verliehen, von denen sieben den Nobelpreis erhalten haben, davon vier nach der Auszeichnung mit der Emanuel Merck Lectureship.

Der 19. EMLS-Preisträger Benjamin F. Cravatt wurde für sein wissenschaftliches Wirken mit einer Fülle von Preisen und Auszeichnungen geehrt (Auswahl):

2002 Innovator under 35 des MIT Technology Review

2004 Eli Lilly Award in Biological Chemistry

2007 Fellow der American Association for the Advancement of Science

2014 Mitglied der National Academy of Sciences

2016 Mitglied der American Academy of Arts and Sciences

2021 Chemical Pioneer Award

2022 Wolf-Preis in Chemie

2024 Heinrich-Wieland-Preis

2025 William H. Nichols Medal

2025 Tetrahedron-Preis

2026 NAS Award in Chemical Sciences

2026 Mitglied der American Philosophical Society