Sulfoximine

Sulfoximine

Die Entdeckung 1988: Ein cyclisches Sulfonimidat als Ausgangsmaterial für enantiomerenreine Sulfoximine
Die Entdeckung 1988: Ein cyclisches Sulfonimidat als Ausgangsmaterial für enantiomerenreine Sulfoximine

Seit ihrer Entdeckung in den frühen 50iger Jahren haben sich die Sulfoximine zu einem leistungsfähigen Werkzeug der Organischen Chemie entwickelt.[Review] Dies gilt insbesondere für die chiral nicht-racemischen Vertreter dieser ungewöhnlich vielseitigen Verbindungsklasse. Frühe Arbeiten fokussierten auf die Entwicklung von asymmetrischen Alkyliden-Transfer-Reagenzien und auf Racematspaltungen von Ketonen über β-Hydroxysulfoximine. Heutzutage ist die Sulfoximinchemie im Umbruch von stöchiometrischen zu katalytischen Anwendungen.

Cyclische Sulfonimidate haben sich als wertvolle Zwischenstufen für die Synthese enantiomerenreiner Sulfoximine erwiesen. Diese Verbindungen lassen sich in Liganden für asymmetrische Metallkatalysen weiterentwickeln und stellen die Basis für asymmetrische Allyltransfer-Reagenzien dar. Die letztgenannte Anwendung beruht auf metallierten 2-Alkenylsulfoximinen, die, nach diastereoselektiver g-Hydroxyalkylierung, zu enantiomerenreinen hochsubstituierten N- und O-Heterocyclen umgesetzt werden können. Die nach Entfernung des Auxiliars erhaltenen Verbindungen könnten als b-turn-Mimetika oder Bausteine für die Totalsynthese von Interesse sein. Die Entschwefelung gelingt dabei mit Raney-Nickel oder Samarium(II)iodid.