Lacton

Lacton

RDCs können als komplementäre NMR-Parameter zu NOEs und J-Kopplungen genutzt werden um relative Konfigurationen stereogener Zentren zu bestimmen. Das hier gezeigte α-Methylen-γ-Butyrolacton wurde hoch diastereoselektiv im Arbeitskreis Giannis (Universität Leipzig) synthetisiert. NOEs und J-Kopplungen reichten jedoch aufgrund der Flexibilität dieser Verbindung nicht aus, um die relative Konfiguration der beiden stereogenen Zentren zu bestimmen, mit der Hilfe von RDCs gelang dies jedoch.

Nachdem die relative Konfiguration eindeutig zu trans bestimmt war (linke Struktur), untersuchten wir, ob auch Populationsinformationen aus RDCs bestimmt werden können. Auch dies gelang in Kooperation mit dem Arbeitskreis Maliniak (Stockholm University) auf zwei verschiedenen Wegen (multi-conformer-single-tensor und multi-conformer-multi-tensor fit). Die so extrahierten Populationen stimmen miteinander und mit den aus J-Kopplungen und via MP2 berechneten überein.

Inzwischen ist dieses Molekül unser Versuchskaninchen. Wir konnten an diesem Molekül auch zeigen, dass unter besonders günstigen Bedingungen auch lokale Tensoren genutzt werden können, um stereogene Zentren miteinander in Beziehung zu setzen. Dafür ist natürlich eine Vielzahl an Kopplungen (u.a. auch long-range Kopplungen) nötig.

passende Publikationen

1 C. M. Thiele, A. Marx, R. Berger, J. Fischer, M. Biel, A. Giannis, Determination of the relative configuration of a five-membered ring compound using RDCs, Angew. Chem. 2006, 118, 4566-4571, Angew. Chem. Int. Ed. 2006, 45, 4455-4460.
2 C. M. Thiele, V. Schmidts, B. Böttcher, I. Louzao, R. Berger, A. Maliniak, B. Stevensson, On the Treatment of Conformational Flexibility when using Residual Dipolar Couplings for Structure Determination, Angew. Chem. 2009, 121, 6836-6840, Angew. Chem. Int. Ed. 2009, 48, 6708-6712.
3 C. M. Thiele, A. Maliniak, B. Stevensson, Use of Local Alignment Tensors for the Determination of Relative Configurations in Organic Compounds, J. Am. Chem. Soc. 2009, 131, 12878-12879.