Strychnin

Strychnin

Strychnin ist so etwas wie die weiße Maus eines NMR-Spektroskopikers. Das Protonenspektrum von Strychnin zeigt fast alles, was man sich so vorstellen kann: Chemische Verschiebungen überall zwischen 0 und 10 ppm, starke Kopplungen, diastereotope Protonen, interessante Multiplizitäten, breite und schmale Linien. Viele Pulssequenzen werden daher an Strychnin getestet.

Dies erklärt, warum Strychnin auch das Testmolekül für unsere ersten RDC-Arbeiten war. In einem „proof-of-principle“ konnten wir zeigen, dass alle diastereotopen Protonen in Strychnin durch RDCs und ohne Zuhilfenahme von NOEs eindeutig zugeordnet werden können.

passende Publikationen

1 C. M. Thiele, S. Berger, Probing the Diastereotopicity of Methylene Protons in Strychnine Using Residual Dipolar Couplings, Org. Lett. 2003, 5, 705-708.
2 C. M. Thiele, Poly-γ-ethyl-Lglutamate as Alignment Medium for the Measurement of RDCs in Organic Substrates, J. Org. Chem. 2004, 69, 7403-7413.