Darmstädter Forscher koordinieren Verbund zur Wirkstoffentwicklung von Antiinfektiva

27.03.2019

Darmstädter Forscher koordinieren Verbund zur Wirkstoffentwicklung von Antiinfektiva

Rigide bizyklische Aza-amide-Analoga, welche die aktive Konformation des Naturstoffs FK506 einfrieren, sind bevorzugte Hemmstoffe für Mip-Virulenzfaktoren von Krankheitserregern und Startpunkte für neue Antiinfektiva
Rigide bizyklische Aza-amide-Analoga, welche die aktive Konformation des Naturstoffs FK506 einfrieren, sind bevorzugte Hemmstoffe für Mip-Virulenzfaktoren von Krankheitserregern und Startpunkte für neue Antiinfektiva

Gram-negative, pathogene Bakterien wie Legionellen oder Burkholderien und eukaryotische Parasiten wie Trypanosoma cruzi sind für schwerwiegende Infektionskrankheiten wie die Legionärskrankheit oder die Chagas-Krankheit verantwortlich. Dabei nutzen die Erreger den evolutionär konservierten Virulenzfaktor „Macrophage Infectivity Potentiator“ (Mip) zur Gewebeinvasion und Infektion von humanen Wirtszellen.

Im BMBF-geförderten Verbundprojekt „iMip“, das von Prof. Felix Hausch von der TU Darmstadt koordiniert wird, sollen nicht-immunsuppressive Analoga des Naturstoffs FK506 als wirkstoff-ähnliche Mip-Inhibitoren zur Behandlung von Mip-abhängigen Erregern entwickelt werden. Neben der Arbeitsgruppe von Prof. Hausch sind Prof. Ulrike Holzgrabe (Universität Würzburg), Jun.-Prof. Ute Hellmich (Universität Mainz) und Prof. Michael Steinert (Technische Universität Braunschweig) an dem Verbund beteiligt. Gemeinsam sollen von FK506 abgeleitete Derivate synthetisiert werden, die bevorzugt an die Mip-Proteine von Legionella pneumophila, Burkholderia pseudomallei und Trypanosoma cruzi binden. Durch chemische Modifikationen sollen die Mip-Inhibitoren schrittweise verbessert werden, was durch intern gewonnene Struktur-Informationen unterstützt wird. Das Endziel sind fortgeschrittene Substanzen, mit denen in aussagekräftigen Zell- und Tiermodellen Mip blockiert werden kann. So sollen fortgeschritten Ansatzpunkte für neuen Anti-Infektiva geschaffen werden.

Weitere Informationen:

Referenz: Pomplun et al., J Med Chem 2018, 61:3660-3673

Arbeitsgruppe Prof. Hausch

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