Wirkungsvollere Medikamente

25.06.2019

Wirkungsvollere Medikamente

Neuer LOEWE-Schwerpunkt am Fachbereich Chemie der TU Darmstadt

Professor Felix Hausch. Bild: Katrin Binner
Professor Felix Hausch. Bild: Katrin Binner

Wie entwickelt man Wirkstoffe für pharmakologisch bisher unzugängliche Proteine? Das wird der neue LOEWE-Schwerpunkt „TRABITA – Transiente Bindungstaschen für die Wirkstoffentwicklung“ an der TU Darmstadt erforschen. Dazu erhält er, wie das Hessische Wissenschaftsministerium mitteilte, im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms LOEWE bis Ende 2023 insgesamt 4,5 Millionen Euro.

Medikamente wirken in der Regel durch Bindung an krankheitsrelevante Proteine. Dafür ist es wichtig, die Struktur eines bestimmten Bindungsorts in diesen Proteinen – der sogenannten Bindungstasche – zu verstehen. Die Kenntnis ihrer räumlichen Struktur kann die Wirkstoffentwicklung erheblich beschleunigen. Allerdings sind viele Proteine so flexibel, dass die entscheidende Detailstruktur von Bindungstaschen erst durch die Stabilisierung eines gebundenen Wirkstoffs klar wird. „Wenn es gelingt, Medikamente für solche transienten Bindetaschen zu entwickeln, weisen diese oft deutlich verbesserte Eigenschaften auf“, erläutert Professor Felix Hausch vom Fachbereich Chemie der TU Darmstadt, wissenschaftlicher Koordinator des LOEWE-Schwerpunkts TRABITA. „Wir wollen Ansätze entwickeln, um diese interessanten Substanzen effektiver zu identifizieren.“ Partner im Verbund sind die Goethe-Universität Frankfurt und die Hochschule Darmstadt.

Professor Hausch ist zugleich am neuen LOEWE-Schwerpunkt „GLUE – GPCR Ligands for Underexplored Epitopes“ beteiligt. Bei diesem von der Universität Marburg federführend koordinierten Projekt geht es um die Frage, wie Arzneimittel für ihre Angriffspunkte maßgeschneidert werden können, so dass sie zielgenau und besser verträglich wirken. Weitere Partner sind die Goethe-Universität Frankfurt und das Max-Planck-Institut für Herz und Lungenforschung in Bad Nauheim.

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